Soraya Teske

Soraya

Dass sie während ihrer Ausbildung „eine Woche lang mit zehn Leuten in England im Moor unterwegs war“, gehört zu den schönsten Erinnerungen von Kapitänleutnant Soraya Teske, weil das ein außergewöhnliches und kameradschaftliches Erlebnis war. Einen Hang zu Ordnung und Struktur hatte die junge Soldatin schon immer. Anfangs wollte sie Juristin werden. Aber in der Nähe von Erndtebrück, wo sie aufgewachsen ist, an der Lahn, liegt auch die Hachenberg-Kaserne. Irgendwie hatte dort alles Bezug zur Bundeswehr. So entschied sich Soraya Teske im Alter von 16 Jahren zu einem Schülerpraktikum dort. Und dann ging es schnell: ein Jahr Offiziersausbildung bei der Marine in Flensburg, vier Jahre an der Bundeswehruniversität in München, dann Stabszugführer bei den Marinefliegern in Nordholz, schließlich Jugendoffizier.

Heute referiert sie an Schulen über die Arbeit der Bundeswehr und über Sicherheitspolitik, ohne dabei Karrierewerbung zu betreiben. Dabei ist es ihr wichtig, den Charakter der Bundeswehr als Parlamentsarmee deutlich zu machen: „Vor jedem Einsatz gibt es eine Debatte und die Entscheidung liegt allein beim Bundestag.“ Manchmal gebe es unter den Lehrer*innen kontroverse Diskussionen über Sinn und Unsinn der Bundeswehr. Damit kann die Soldatin umgehen, sofern es sich auf eigene Erfahrungen stützt. „Mir fehlt die Offenheit gegenüber meinem Beruf. Ich wünsche mir, dass die Menschen sich damit auseinandersetzen, mich ärgern Pauschalisierungen“, fügt sie hinzu.

Gleichheit, Gerechtigkeit und ein menschlicher Umgang miteinander sind ihr wichtig. Soraya Teske möchte dafür sorgen, dass wir in Frieden und Sicherheit leben. Dass sie gelegentlich abschätzig betrachtet wird, wenn sie – wegen eines dienstlichen Termins bereits in Uniform – ihren kleinen Sohn zur Kita bringt, kann sie nicht nachvollziehen. Auch nicht, dass sie beim Einkaufen an der Kasse in Uniform nicht gegrüßt wird, in zivil aber schon. Sie wünscht sich, wegen des Tragens einer Uniform nicht pauschal verurteilt zu werden. Der Mensch hinter der Uniform sollte ihrer Ansicht nach nie aus dem Blick geraten.

Ihr Ehemann, ebenfalls Soldat, war schon in Afghanistan und hat sich von dort regelmäßig mit Kurznachrichten gemeldet. Wegen der unsicheren Lage war das nicht selbstverständlich, hat aber trotzdem sehr zu ihrer Beruhigung beigetragen. Wenn die kleine Familie zu Hause ist, wird gerne gekocht, etwa „Linsensuppe mit Spätzle“, verrät die gebürtige Schwäbin. Eine weitere Leidenschaft von ihr ist das Reisen. Wir wünschen ihr viel gemeinsame Zeit mit der Familie und – nicht ganz uneigennützig – Frieden für uns alle.