Gamze Celik

Mit Mut, Disziplin und Herz

„Die größten Herausforderungen erlebe ich im Umgang mit Jugendlichen“, sagt Gamze Celik vom Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt Gelsenkirchen. Sie urteilt über Respektlosigkeiten, die auch vor einer Uniform nicht Halt machen. „Du als Frau hast mir nichts zu sagen“ und „Halt die Fresse“ – solche Beleidigungen werden regelmäßig zur Anzeige gebracht. Ob das etwas bringt, vermag Celik nicht zu sagen. Sie denkt in solchen Situationen in erster Linie an ihren Sohn, dem sie Vorbild sein will – eine Frau, die Verantwortung übernimmt und auf eigenen Beinen steht. Das ist ein Thema, das die Alleinerziehende schon lange begleitet. „Wenn die Situation draußen aus dem Ruder zu laufen droht, rufen wir Verstärkung.“

Dann führt die städtische Mitarbeiterin einige ihrer Aufgaben an: Aufenthalts- oder Fahrerermittlungen, Kontrollen in Parkanlagen oder Schulzuführungen. „Es macht mich nachdenklich, aber auch wütend, wenn ich morgens Jugendliche draußen antreffe, obwohl Schulpflicht besteht“, sagt sie. „Die Eltern mache ich zur Sau“, fügt sie hinzu im Hinblick auf jene Erziehungsberechtigten, die nicht dafür sorgen, dass ihre Nachkommen zur Schule gehen.

Celik, die ursprünglich eine kaufmännische Ausbildung in Dortmund absolviert hat, ist nach einer zweijährigen Umschulung „in Gelsenkirchen angekommen“. Kürzlich musste sie zum ersten Mal ihre Handschellen nutzen, als eine junge Frau sich auch nach eindringlichem Zureden weigerte, ihre stationäre Psychotherapie fortzusetzen. Die Eltern hatten die Feuerwehr gerufen und die wiederum den Ordnungsdienst. Celik fühlte sich dabei nicht gut, doch in diesem Fall war es nötig, denn die Frau litt an einer Psychose.

Gamze Celik hat auch schon einer älteren Dame den Weg nach Hause gezeigt, die in ihrer Verwirrung umherwandelte. „Es ist natürlich schön, wenn ich helfen kann“, sagt sie. Am liebsten verbringt Celik, die neben der deutschen auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzt, ihre Freizeit im Freien, gerne auch mit ihrem Sohn beim Fußball. Dass man mit Mut, Disziplin und Herz seinen Weg gehen kann – auch wenn er manchmal nicht einfach ist –, gehört zu den Dingen, die sie bewiesen hat und die auch eine Lektion für ihren Sohn sein soll.