Simon Kaminski

Der Verteidiger

„Was du nicht willst, was man dir tut, das füge auch keinem anderen zu.“ So einfach es klingt, so schwierig scheint die Umsetzung. Simon Kaminski jedenfalls hat dieses Prinzip schon früh gelernt und beherzigt es. Man nimmt ihm ab, dass ihm gesellschaftlicher Respekt fehlt und er nicht nachvollziehen kann, weshalb manche Menschen der Polizei so ablehnend gegenüberstehen.

Dabei war gerade sein Wunsch, Menschen zu helfen, eine wichtige Motivation, sich für diese Laufbahn zu bewerben. Hubschrauberpilot wollte er ursprünglich werden oder noch früher Künstler. „Auf die Idee, zur Polizei zu gehen, hat mich auch mein Fußballtrainer gebracht“, sagt er. Das war damals, als er noch in Lemgo spielte, als Verteidiger, der auch mal nach vorne prescht, wenn sich die Chance zu einem Kopfballtor ergibt.

Fußball ist noch immer seine Leidenschaft, falls er die Zeit dazu findet: Als Kommissar in der Hundertschaft hat er über 400 Überstunden aufgebaut. „Damit habe ich aber lange nicht die meisten“, setzt er hinzu. Und dann erzählt er, von seiner Ausbildung und dem Praktikum in der Wache, von den Einsätzen bei Fußballspielen und Demonstrationen. Auch als Polizist verteidigt er, und zwar die Werte der Gesellschaft. Dabei muss man einiges wegstecken, etwa die Verletzung durch eine Flasche, die als Wurfgeschoss aus der Menge sein Jochbein traf. Das hätte im wahrsten Sinn des Wortes auch ins Auge gehen können.

In jedem Satz spürt man die Hingabe zu seinem Beruf. Dazu passt seine Aussage, trotz der Anfeindungen, mit denen Polizisten konfrontiert sind, weiter mit Freude zur Arbeit gehen zu wollen. Dass der 30-Jährige heil von seinen Einsätzen zurückkommen möchte, ist mehr als nachvollziehbar. Selbstverständlich ist es allerdings nicht.